25! dokumentART
11. - 15.11.2016
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Erinnerungen

Erinnerungen

Sabine Kunert

Stadt Neubrandenburg, Fachbereichsleiterin Kommunikation

Irgendwann im Juni dieses Jahres bat mich Cornelia Jarisch während eines längeren Telefongespräches, meine Erinnerungen an die Anfänge des Neubrandenburger Filmfestivals dokumentART zu schildern.

So ganz von Anfang an war ich nicht dabei. Ich kam im Sommer 1994 mit meiner Familie nach Neubrandenburg und konnte durch das zu dieser Zeit noch gültige Arbeitsförderungsgesetz (Paragraph 249a) im Dezember bei der Stadt Neubrandenburg eingestellt werden. Ursprünglich sollte ich eine Kulturbefragung begleiten, jedoch wurde Claudia Dietrich – Festivalleiterin der dokumentART - sehr schnell mit meiner „Betreuung“ beauftragt und so geriet ich irgendwie „über Nacht“ in die Vorbereitungen zum Dokumentarfilmfestival im September 1995. Ich wurde der Gruppe zugeteilt, die das 1. Neubrandenburger Jugendmedienfest vorbereiten sollte.

Die vorausgegangenen Festivals kannte ich nicht. Verfolgen konnte ich nur, dass in diesem Festivaljahr erstmals Filme aus und über Mecklenburg gezeigt wurden und eine Filmfete im Medihaus stattfand, die gemeinsam mit dem JazzConnection e. V. veranstaltet wurde.

Der Berliner Filmemacher und Schauspieler Holm Henning Freier stieß auch in diesem Jahr zur dokART. Ich erinnere mich nicht mehr genau, denke aber, dass Claudia Dietrich ihn eingeladen hatte, als Mitglied der Programmkommission mitzuarbeiten. In jener Programmkommission muss auch Conni Jarisch gesessen haben.

Die täglichen Morgenbesprechungen unmittelbar vor und während des Festivals fanden im Glasverbinder, dem Foyer zwischen Schauspielhaus und Besucherservice, statt. Im Theatersaal wurde die dokumentART eröffnet und dort auch mit der Preisverleihung beendet.

Parallel zu ihrer täglichen Arbeit hatte sich Claudia Dietrich in dieser Zeit zusätzlich um den Umbau der ehemaligen katholischen Kirche für polnische Saisonarbeiter, die lange Jahre nur noch Lagerort war, zum multikulturellen Zentrum und kommunalen Kino gekümmert. Diese Nutzungsänderung hatte – glaube ich – im Wesentlichen sie angeregt und forciert. Ich kann mich an eine Pressekonferenz in der halbfertigen Kirche erinnern. Bis heute beeindrucken mich die farbigen Glasfenster, die der Künstler Thomas Kuzio gestaltet hat.

Am Tag vor der Eröffnung 1996 waren wir uns nicht zu schade, die Kirche – das neue Haus für das Kino und die dokumentART – zu putzen und herzurichten.

Nachdem ich eine Festanstellung bei der Stadt Neubrandenburg bekommen hatte, war ich viele Jahre nicht mehr direkt beruflich mit dem Verein Latücht e.V. und der dokumentART verbunden.Aber als Besucher kann ich mich an wunderbare Eröffnungsveranstaltungen, z.B. den Auftritt der Band Guaia Guaia – mit zwei aus Neubrandenburg stammenden Mitgliedern – zu ihrem Film „Unplugged: Leben Guaia Guaia“ vom Regisseur Sobo Swobodnik und tolle Wettbewerbsbeiträge, Preisträgerfilme sowie interessante Gespräche mit den Filmemachern erinnern.

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